Homophober Übergriff auf schwulen Geflüchteten!

Unterbringung für LSBTI*-Geflüchtete in München und Bayern dramatisch

Am Montag wurde ein schwuler Geflüchteter verprügelt. Die Täter kommen wohl aus der Gemeinschaftsunterkunft des Opfers. Die Wohnsituation für LSBTI-Geflüchtete muss sich ändern. Das Sub stellt Forderungen auf.
 

Montagabend, 24. Juli: Ein vom Sub betreuter schwuler Geflüchteter wird nahe seiner Gemeinschaftsunterkunft von drei Männern gestellt, auf Arabisch beschimpft und verprügelt. Verbale und anonyme Angriffe ihm gegenüber gab es in der Gemeinschaftsunterkunft schon vorher, sodass sowohl die betreuenden  Ayslsozialarbeiter wie auch der Überfallene davon ausgehen, dass die Angreifer aus eben dieser stammen. Schon als sich der schwule Mann im November 2016 ans Sub wandte, um Hilfe zu erbitten, zeigte er große Angst, in seiner Unterkunft als schwuler Mann entdeckt zu werden.

Bedrohungen und Übergriffe gehören für LSBTI*-Geflüchtete zum Alltag, wenn sie in ihren Gemeinschaftsunterkünften geoutet werden. In der Regel leben sie in großer Angst, gerade weil die Betroffenen aus ihren Herkunftsländern aufgrund solcher homophober Übergriffe und Gewalterfahrungen geflohen sind.

Schleppende Verhandlungen seit 2016

Schon seit Herbst 2016 sprechen die Rainbow Refugees – die Gruppe setzt sich im Sub für LSBTI-Geflüchtete ein -, LeTra und Sub mit städtischen Stellen und Parteien über die Notwendigkeit einer geschützten Unterkunft für LSBTI-Geflüchtete, wie es sie in allen deutschen Großstädten und inzwischen auch in mittelgroßen Städten gibt, seit Frühjahr 2016 zum Beispiel auch in Nürnberg.

Seit Oktober 2016 war eine geschützte Unterkunft in München für LSBTI-Flüchtlinge im Gespräch. Im Januar hat sie der Stadtrat auch beschlossen. Seitdem werden die Rainbow Refugees immer nur vertröstet. Verfügbare städtische Wohnungen, die aufgrund fehlender sozialpädagogischer Betreuung nicht belegt wurden, sind inzwischen anderweitig besetzt.

Unsere Forderungen

Für die Rainbow Refugees, LeTra und Sub ergeben sich aus dem jüngsten Vorfall klare Forderungen:

  • Der schwule Geflüchtete braucht sehr kurzfristig einen sicheren Ort, um noch Schlimmeres zu verhindern. Wir arbeiten eng mit dem Sozialdienst des Amts für Wohnen und Migration der Stadt zusammen, um dafür eine Lösung zu finden.
  • Die Minimallösung des Stadtratsbeschlusses – eine geschützte Unterkunft nur für nachweislich psychisch belastete LSBTI-Geflüchtete – muss jetzt endlich, zehn Monate nach Ankündigung und sieben Monate nach dem Beschluss des Stadtrats, umgesetzt werden.
  • Die einzig wirklich sinnvolle Lösung – eine separate Erstaufnahmeeinrichtung und Gemeinschaftsunterkunft für LSBTI-Geflüchtete – muss in Angriff genommen werden. Nur dadurch ist ein wirksamer Schutz gewährleistet, wofür es Vorbilder wie in Berlin gibt, die sich bewährt haben.
  • Da es in kleinen Städten und Dörfern natürlich keine geschützten Unterkünfte geben kann, wäre für Bayern die Lösung sinnvoll, die schon andere Bundesländer umgesetzt haben: Bei Bedrohung ist ein Umzug in eine der städtischen, geschützten Unterkünfte unproblematisch möglich.

Quelle: SUB e.V. (www.subonline.org)

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