50 Jahre Stonewall – und jetzt alles von vorn?

Stonewall markiert den Beginn der LGBTI*-Bewegung, wie wir sie heute kennen. Vieles hat die Community von West bis Ost seitdem erreicht, aber ist das nicht alles längst wieder bedroht mit dem Aufkommen der neuen Rechten? Wir sprechen mit LGBTI*-und Pride-Aktivist*innen der ersten Stunde aus New York (Randy Wicker, per Videoeinspielung), München (Stephanie Gerlach, Manfred Edinger), Moskau (neu: Dmitrii Tolkachev, Universität Moskau) und Kyjiw (Ruslana Panukhnyk). Welche Parallelen können wir ziehen, wo unterscheidet sich die Entwicklung, gibt es eine gemeinsame Strategie gegen den Hass?
Die Moderation übernimmt Michael Schilling, Chefredakteur des CSD-Medienpartners Abendzeitung.

Held*innen ihrer Zeit

Randy Wicker hat die Aufstände vom 28. Juni 1969 einst verurteilt („Steine durch Fenster zu werfen, öffnet keine Türen“). Wie steht er heute dazu? In München sind 1980 beim ersten CSD der Stadt, der sich unmittelbar auf Stonewall berief, Stephanie Gerlach und Manfred Edinger mitmarschiert: Stephanie Gerlach von der Fach- und Beratungsstelle Regenbogenfamilien, ist immer noch politisch engagiert und eine bekannte Buchautorin.


Edinger hat Mitte der Achtziger das Schwulenzentrum Sub mitgegründet, dort dann lange in der psychosozialen Beratung gearbeitet. 1980 trug er das Banner „Schwul, na und?!“ durch die Münchner Innenstadt.

Aus Münchens Partnerstadt Kyjiw reist Ruslana Panukhnyk an, Executive Director des KyivPride. 2013 war sie im Security-Team von Amnesty International noch ehrenamtlich für den ersten erfolgreichen CSD der Ukraine tätig; seit einigen Jahren führt sie die Geschäfte der NGO KyivPride.

In der Ukraine sind weite Teile der Bevölkerung bis heute stark homo- und trans*-phob, einen umfassenden Diskriminierungsschutz gibt es nicht. Und aus Moskau kommt der Politikwissenschaftler Dmitrii Tolkachev; er forscht über LGBTI*-Rechte in Russland und Europa und hält regelmäßig Vorträge zum Thema im In- wie Ausland. Russland verrbietet seit 2013 so genannte Gay Propaganda und sanktioniert staatlicherseits Homo- und Trans*-Sexualität. Seitdem hat die Gewalt gegen LGBTI* deutlich zugenommen, wie die Vorfälle in Tschetschenien auf dramatisch Weise bezeugen. Einen klassischen Pride in Russland gibt es bis heute nicht.

Das wird groß, das wird spannend, das wird aufschlussreich. Diskussion in Deutsch mit Simultanübersetzung.

Am Donnerstag, den 11. Juli um 19:30 Uhr im Sub, Müllerstraße 14, 80469 München

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